Leistungsfeld

Warum Kund:innen tun, was sie tun – und wie man es prüft

Menschen sagen in Befragungen das eine und tun an der Kassa das andere. Wer Entscheidungen verstehen will, muss sie beobachten – am besten im Experiment.

Eine Hand zeigt in einer Arbeitssitzung auf etwas außerhalb des Bildes

Warum das Übliche nicht reicht

Befragungen messen Absichten. Umsatz entsteht aus Verhalten. Dazwischen liegen Reibung, Gewohnheit, Preiswahrnehmung und die Frage, was die anderen tun.

Rund 70 Prozent der Online-Warenkörbe werden abgebrochen. Knapp jede:r Fünfte bricht ab, weil der Ablauf zu lang oder zu kompliziert ist.

Baymard Institute · 2026 · Metawert aus 50 Studien

Was wir tun

  • Reibung finden und streichen – Die billigste Intervention ist der gestrichene Schritt. Wir prüfen Antragsstrecken, Checkouts und Onboardings Schritt für Schritt.
  • Preis- und Angebotsarchitektur prüfen – Kategorien, Anker, Voreinstellungen, Framing: Verhält sich das Modell so, wie es soll?
  • Wirkung belegen – Verhaltensökonomische Online-Experimente und Feldtests, vorab festgelegt, sauber ausgewertet.
  • Zielgruppen nach Verhalten segmentieren – nach Aufmerksamkeit und Motivation statt nach Alter und Einkommen.

Fälle

Drei Beispiele, drei Zahlen

Europäischer Einzelhändler · Newsletter

Welche Behavioral Tools heben die Kaufquote?

Aus der Beratungsarbeit von Alexis Johann

Der Händler will Ausschöpfung und Kaufquote seiner Newsletter verbessern. Statt auf Bauchgefühl zu setzen, testen wir systematisch: Nudges, Choice Architecture, Preisanker, Versandfrequenzen – Variante gegen Variante. Was wirkt, bleibt; was nicht wirkt, fliegt hinaus.

+12 %
Conversion, signifikant – bei zugleich niedrigerer Abbruchquote
Kundenverhalten

Kundenclub · Anmeldestrecke

Eine sehr lange Strecke – und fast niemand stimmt zu

Aus der Beratungsarbeit von Alexis Johann

Der Kundenclub verliert in der Anmeldung die Zustimmung zum Datentracking. Wir analysieren die Strecke Schritt für Schritt: Reihenfolge, Voreinstellungen, Formulierungen, Zeitpunkt der Frage. Die Einwilligung wird verständlich, fair – und zur naheliegenden Wahl.

90 → 10 %
Opt-out-Rate beim Datentracking
Kundenverhalten

Medienunternehmen · Abo-Landingpage

Mehr Abos durch Personalisierung und Choice Architecture

Aus der Beratungsarbeit von Alexis Johann

Die Seite, auf der sich das Abo entscheidet, bekommt eine neue Entscheidungsarchitektur: personalisierte Ansprache, weniger und klarer sortierte Optionen, eine empfohlene Wahl. Getestet gegen die bestehende Seite.

+20 %
mehr Abo-Abschlüsse
Kundenverhalten

Das Ordnungssystem

Nicht jede Kundin braucht dasselbe

Wir ordnen Zielgruppen nach zwei Fragen: Ist das Thema überhaupt auf dem Schirm? Und will die Person? Daraus ergeben sich vier Gruppen – und vier verschiedene Aufgaben.

  • Bereit · aktivieren. Nicht mehr überzeugen – Handeln leicht machen. Jede Reibung kostet hier direkt Conversion.
  • Skeptisch · Resonanz aufbauen. Das Thema ist präsent, der Nutzen nicht.
  • Schlafend · sichtbar machen. Die Motivation existiert, das Thema erreicht sie nicht. Oft das beste Verhältnis von Aufwand und Wirkung.
  • Fern · strukturell lösen. Überzeugen ist hier am teuersten. Voreinstellungen wirken unabhängig von Aufmerksamkeit.

Aus dem Behavioral Tool Kit

Drei von 39 Werkzeugen

Zur Methode
Wissensnugget Evidenz: robust

Wer nichts tut, tut das Richtige

Die gewünschte Option ist voreingestellt. Der Default ist der am besten belegte Hebel der Choice Architecture (Meta-Analyse Jachimowicz et al., 2019) – er wirkt, ohne dass jemand überzeugt werden muss.

Prüfen Sie zuerst: Was ist heute der Default – und wessen Verhalten belohnt er?

Wissensnugget Evidenz: bedingt

Kürzen, sortieren, empfehlen

Am Probierstand mit 24 Marmeladen blieben mehr Menschen stehen, aber nur 3 % kauften – bei 6 Sorten rund 30 % (Iyengar & Lepper, 2000). Ehrlich dazu: Über viele Studien ist der Effekt im Mittel klein. Kürzen allein reicht nicht.

Kürzen UND sortieren UND eine empfohlene Option markieren – und im eigenen Kontext testen.

Wissensnugget Evidenz: robust

Die meisten sagen nicht Nein – sie vergessen

Aufschub, nicht Ablehnung, ist der Normalfall. In Megastudien mit Hunderttausenden Teilnehmenden brachten schlichte, gut getimte Erinnerungen rund 2 Prozentpunkte mehr Handlung (Milkman et al., PNAS 2021/2022) – fast kostenlos.

Die Formulierung mit der besten Wirkung: „Für Sie reserviert.“

Jedes Werkzeug im Tool Kit trägt ein Evidenzlabel – robust oder bedingt. Wir sagen dazu, was gut belegt ist und was nicht.

Formate

Vom Review zur Evidenzstudie

Behavioral Review1 BeratertagFixpreis EUR 3.000Befundliste zu einem Konzept, Preis- oder Mitgliedschaftsmodell – mit Vorher-nachher-Vorschlägen.
Reibungs-Audit2–3 WochenAbbruchstellen, Ursachen, priorisierte Eingriffe.
Test-Sprint4–6 WochenDrei bis fünf Hypothesen im A/B-Test, ein belegtes Ergebnis.
Evidenzstudie3–6 MonateExperiment mit wissenschaftlichem Beirat, zitierfähig.

Fixpreise netto, zuzüglich USt.

Erfahrung

Woher wir das können

Alexis Johann ist Hauptautor der Studien zum Wert journalistischer Inhalte für die Suche – wissenschaftlich begleitet an der Universität Zürich und der ETH Zürich, international zitiert in der Debatte zwischen Plattformen und Verlagen.

Zuvor war er Partner bei FehrAdvice & Partners in Zürich, einer der weltweit führenden Beratungsorganisationen für Behavioral Economics. Aus dieser Zeit stammen Projekte zu Kundenclubs, Finanzprodukten und öffentlichen Dienstleistungen.

Reden wir über Ihre Drachen.

Vor jedem Schatz sitzt einer. Dreißig Minuten, unverbindlich.